Mann zeigt mit Finger auf Presse-Mitteilungen der CONSERVE Gruppe.
Presse-Mitteilung

Was ist der Unterschied zwischen Fiat- und Kryptogeld wie Bitcoin?

Foto: hugo-90 on visualhunt.com

Wer sich mit Bit­coin beschäf­tigt, stößt in der Regel zum ers­ten Mal in sei­nem Leben über die Begrif­fe „Fiat und Kryp­to­geld“. Was das ist und war­um sind das kei­ne all­ge­mein geläu­fi­gen Begrif­fe? Fiat­geld ist eine spe­zi­el­le Form von Geld. Da aber welt­weit alle heu­te gebräuch­li­chen Wäh­run­gen (Euro, Dol­lar, Yen, …) Fiat­geld sind, ist es schwie­rig, jeman­dem den Unter­schied zu ande­ren For­men von Geld zu erklären.

Ähn­lich schwie­rig wie jeman­dem, der sein gan­zes Leben lang nur Kar­tof­feln geges­sen und gese­hen hat, zu erklä­ren, was Reis ist. Da heu­te jedoch jeder weiß, was Reis ist, weil er ihn ent­we­der selbst geges­sen oder zumin­dest auf Fotos gese­hen hat, hinkt der Ver­gleich. Des­halb neh­men wir zur Ver­an­schau­li­chung Anti-Mate­rie (oder auch Dunk­le Mate­rie genannt). Wie ein­fach (oder schwie­rig) ist es, jeman­dem Anti-Mate­rie zu erklä­ren, wenn man kein Exem­plar hat, das man zei­gen oder vor­füh­ren oder anfas­sen kann?

Es gibt neben Fiat­geld aller­dings noch eine ande­re Form von Geld, von der jeder zumin­dest schon mal gehört hat: Hart­geld. Und damit sind kei­ne Mün­zen gemeint. Gold gehört in die­se Kate­go­rie. Auch wenn wir heu­te im All­tag Gold nicht mehr als Zah­lungs­mit­tel ver­wen­den, so ist Gold den­noch eine Form von Geld. Der Unter­schied zwi­schen Gold (Hart­geld) und Euro (Fiat­geld) ist, dass nie­mand Gold ein­fach aus dem Nichts schaf­fen kann. Gold ent­steht nur bei der Explo­si­on von Ster­nen und ist auf der Erde rela­tiv sel­ten. Daher ergibt sich der „Wert“ von Gold aus der Arbeits­kraft und den Res­sour­cen, die dafür not­wen­dig sind, um Gold zu fin­den und zu schür­fen. Nun ist Gold nicht das ein­zi­ge Ele­ment, das bei der Explo­si­on von Ster­nen ent­steht, aber Gold hat spe­zi­el­le che­mi­sche Eigen­schaf­ten: Es ros­tet nicht, es zer­setzt sich nicht, es ver­fault nicht und man kann es nicht essen. Gold bleibt über Jahr­hun­der­te sta­bil und es geht so gut wie kein Atom ver­lo­ren. Und Gold ist auch nicht gif­tig für den Men­schen. Sil­ber hat die glei­chen Eigen­schaf­ten, aller­dings ist Gold 20-mal sel­te­ner auf der Erde als Sil­ber. Die­se Eigen­schaf­ten haben dazu geführt, dass Gold sich über Jahr­tau­sen­de und alle Natio­nen und Kul­tu­ren hin­weg als die „wert­volls­te“ Form von Hart­geld her­aus­kris­ta­li­siert hat. Allein wegen Gold sind sogar Krie­ge gefoch­ten worden.

Fiat­geld hat kei­ne die­ser Eigen­schaf­ten. Es lässt sich rela­tiv „güns­tig“ in rau­en Men­gen auf Papier dru­cken oder sogar noch „bil­li­ger“ nur in den Com­pu­tern der Ban­ken und Kre­dit­kar­ten­un­ter­neh­men aus dem Nichts erschaf­fen. Fiat­geld bezieht sei­nen Wert allein aus dem Glau­ben der Men­schen in einem Land oder Wirt­schafts­raum, dass dahin­ter ein Wert steht und der Macht der Regie­rung die­ses Fiat­geld als allei­ni­ges, gesetz­li­ches Zah­lungs­mit­tel vor­zu­schrei­ben und dies auch durch­zu­set­zen. Fiat­geld gehört somit in die Kate­go­rie der Illusionen.

Wie ist es überhaupt so weit gekommen?

Nun, Gold bringt ein paar Schwie­rig­kei­ten im All­tag mit sich:

  1. Echt­heit. Nicht jeder Mensch hat die Fähig­kei­ten und Tech­no­lo­gie, die Echt­heit von Gold schnell und ein­fach zu über­prü­fen. Für die Bezah­lung beim Bäcker ist dies unpraktisch.
  2. Teil­bar­keit. Gold lässt sich nicht schnell und ein­fach tei­len und wie­der zusammenfügen.
  3. Gewicht. Für grö­ße­re Zah­lun­gen (z.B. Mil­lio­nen-Geschäf­te zwi­schen Unter­neh­men) wird Gold schnell unprak­tisch, weil es auf­wän­dig trans­por­tiert und beschützt wer­den muss.

kevinq2000 on visualhunt.com / CC by-nc Papier­geld und „Buch­geld“ der Ban­ken ist ursprüng­lich vor 400 Jah­ren als „Geld­ersatz“ zur Lösung die­ser Pro­ble­me im Umgang mit Gold erfun­den wor­den. Dabei hat­te Papier­geld ursprüng­lich noch eine Bin­dung an Gold. Es gab zunächst eine „Gold­ein­lö­se­pflicht“ für das Ersatz­geld aus Papier.Im Lau­fe des 20. Jahr­hun­derts ist die­se „Gold­ein­lö­se­pflicht“ dann über­all auf der Welt abge­schafft wor­den und aus „Ersatz­geld“ ist „Fiat­geld“ ent­stan­den. Die meis­ten Men­schen stört das nicht. Zumin­dest nicht stark genug, um des­we­gen auf die Stra­ße zu gehen und zu demonstrieren.

Bit­coin ist bezüg­lich der drei Pro­ble­me von Gold die ers­te tech­ni­sche Inno­va­ti­on von Hart­geld seit 3000 Jahren.

  1. Echt­heit. Jeder mit einem Smart­pho­ne kann die Echt­heit von Bit­coin in Sekun­den­schnel­le über­prü­fen („nach­rech­nen“). Bit­coin sind damit das „fäl­schungs­si­chers­te“ Geld, wel­ches wir bis­he­r­er­fun­den haben. Man braucht kei­nen Staat mehr, der einem fäl­schungs­si­che­res Geld zur Ver­fü­gung stellt.
  2. Teil­bar­keit. Da Bit­coin sowie­so nur aus Mathe­ma­tik und Zah­len bestehen, las­sen sie sich schnell und ein­fach belie­big teilen.
  3. Gewicht. Da Bit­coin nur digi­tal sind, haben sie kein Gewicht und las­sen sich im Gegen­satz zu Gold mit Hil­fe des Inter­net schnell, ein­fach und kos­ten­güns­tig um die Welt schi­cken. Ja sogar bis zum Mond oder Mars. Da das Gewicht „null“ ist, ist es auch egal, wie vie­le Bit­coin gesen­det wer­den. Eine Bit­coin-Über­wei­sung in Mil­lio­nen­hö­he ist genau­so „teu­er“ wie eine Bit­coin-Über­wei­sung mit einem Wert von einem Cent.

Und schluss­end­lich sind Bit­coin noch sel­te­ner als Gold. Wäh­rend wir von Gold nur wis­sen, dass es auf der Erde sel­ten ist, ist bei Bit­coin mathe­ma­tisch sicher­ge­stellt, dass es nur max. 21 Mil­lio­nen im gesam­ten Uni­ver­sum geben wird. Reich­lich 17 Mil­lio­nen Bit­coin wur­den bereits „gefun­den“ und das Ren­nen um die ver­blei­ben­den 4 Mil­lio­nen Bit­coin ist in vol­lem Gan­ge, wobei es immer schwie­ri­ger und auf­wän­di­ger wird, die letz­ten ver­blei­ben­den Bit­coin zu finden.

aronbaker2 on visualhunt.com / CC by Vie­len Men­schen kommt Fiat­geld (Euro, Dol­lar, …) ech­ter vor, weil sie es in Form von Bar­geld noch anfas­sen und füh­len kön­nen. Den kom­men­den Genera­tio­nen, die mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien groß gewor­den sind, wird jedoch das Geld, das man nicht ein­fach belie­big „dru­cken“ kann „ech­ter“ vor­kom­men und damit auch der grö­ße­re Wert zuge­schrie­ben. Die Mil­le­ni­als stört es nicht, dass sie Bit­coin nicht „anfas­sen“ kön­nen. Denn sie kön­nen mit ihrem Smart­pho­ne die Echt­heit von Bit­coin über­prü­fen und schla­fen mit der Gewiss­heit ein, dass es auch mor­gen – wenn sie auf­wa­chen – nicht mehr als 21 Mil­lio­nen Bit­coin geben wird. Ihr „hart“ verdienter/erarbeiteter Anteil an der Gesamt­men­ge des Gel­des hat sich über Nacht nicht ver­än­dert. Wenn nie­mand Geld ein­fach „dru­cken“ und unfair ver­tei­len kann, wird es auch nicht sol­che dras­ti­schen Unter­schie­de zwi­schen arm und reich geben wie im Fiat­geld­sys­tem. Mit Bit­coin „lohnt“ sich Spa­ren wie­der und spa­ren kön­nen die Deut­schen gut!

Veranstaltung 05. Juli 2018

Autor Jörg Hermsdorf

Redaktion Pay­ment & Banking

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Jörg Hermsdorf

Jörg HermsdorfCloud- und Blockchain Experte, System Architect, Research & Co-Founder

Jörg hat Infor­ma­tik und Kogni­ti­ons­wis­sen­schaf­ten an der TU Dres­den stu­diert, mit Schwer­punkt auf Archi­tek­tu­ren ver­teil­ter Sys­te­me und IT-Sicher­heit. Er war Unter­neh­mens­be­ra­ter und Grün­der eines App Start-ups. Als Mit­grün­der ist er der füh­ren­de Ansprech­part­ner zu The­men rund um Block­chain-Tech­no­lo­gie und Kryp­to-Wäh­run­gen. Jörg unter­sucht seit 2010 die Bit­coin-Tech­no­lo­gie auf Schwach­stel­len und Ein­satz­mög­lich­kei­ten, sein fun­dier­tes Fach­wis­sen basiert auf jah­re­lan­ger Recher­che und Inter­ak­ti­on mit der Bit­coin- und Block­chain Community.

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